An einem Wochenende im März machten sich 25 mutige Mädchen und Jungen mit ihren Gruppenleitungen auf den Weg – mit der Mission, sich ein Stück weit selbst zu versorgen, fast wie im Mittelalter. Selbst Nächte mit –4 °C, Nieselregen und Frost konnten die Stimmung nicht trüben.

Unser Ziel war Zippelsförde. Dort schlugen wir unsere Zelte auf und starteten den Freitagabend mit einer langen, fröhlichen Singerunde am Feuer. Nach der kalten Nacht ging es am Samstagmorgen – begleitet von leichtem Regen – zum Angelteich. Ein erfahrener Angler erwartete uns bereits und erklärte geduldig, wie eine Angel aufgebaut ist, wie man sie hält und wirft und worauf Anfänger achten müssen.
Dann wurde es ernst: Ausgerüstet mit fünf Angeln durfte jedes Kind einen Wurm auf den Haken setzen und sein Glück versuchen. (Zum Glück landete nur der Köder im Wasser – nicht die Angel.) Unser Ziel waren Regenbogenforellen, und tatsächlich konnten wir am Ende über 30 Fische mitnehmen.

Der schwierigste Moment folgte für einige Kinder direkt am Teich: Um die Tiere nicht unnötig leiden zu lassen, mussten sie sofort betäubt und anschließend mit einem schnellen Schnitt erlöst werden. So hart es klingt – die Kinder haben dabei viel über Verantwortung und den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln gelernt. Anschließend wurden die Fische ausgenommen. Viele schauten fasziniert zu, wie die inneren Organe aussehen und wie man sie entfernt.
Zurück am Lagerplatz wurde unser Fang auf verschiedene Arten über dem Feuer zubereitet: mit Kräuterbutter gegrillt, mit Zitrone in die Glut gelegt oder filetiert, mehliert und in der Pfanne gebraten. Zusammen mit Kartoffeln und Quark entstand ein echtes Festmahl.

Den Abend ließen wir – satt, müde und zufrieden – wieder mit einer gemütlichen Singerunde und viel Gekokel ausklingen. Nach einer weiteren frostigen Nacht packten wir am Sonntagmorgen unsere mit Raureif überzogenen Zelte ein und machten uns glücklich und erfüllt auf den Heimweg.

